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Aktuelles 2018

Kurznachrichten 01/2018+

Liebe Mitglieder,

im Heft Nr. 1 vom August 2017 unser „Nachrichten …“ hatte ich auf den Beginn der Jubiläumssaison des Gewandhauses zu Leipzig, „275 Jahre Grosses Concert“, hingewiesen. Diese alles in allem wunderbare Saison, die ja gleichzeitig mit dem Amtsantritt des neuen Gewandhauskapellmeisters Andris Nelsons und mit dem 25jährigen Bestehen unserer Gesellschaft verbunden war, ist nun Vergangenheit. Neben einer Reihe von Informationen möchten wir in diesem Heft die Höhepunkte dieser vergangenen Saison noch einmal kurz beleuchten. Wir dürfen wirklich mit Stolz sagen, dass unsere Gesellschaft, gerade in dem Jahr unseres 25jährigen Bestehens, was öffentliche Wahrnahme und Steigerung unserer Mitgliederzahlen betrifft, einen schönen Sprung nach vorn gemacht hat. Daran haben Sie, liebe Mitglieder, den entscheidenden Anteil mit Ihren Aktivitäten, sowohl ideell als auch materiell. An dieser Stelle ist es mir, auch im Namen der weiteren Vorstandsmitglieder, ein ganz großes Bedürfnis, Ihnen ganz herzlich dafür Dank zu sagen. Auch wenn in diesem Heft noch genauer darauf eingegangen wird, möchte ich mich bereits an dieser Stelle sehr herzlich für Ihre Mitgliedsbeiträge und bei ganz vielen Mitgliedern für Ihre so große Spendenbereitschaft für die Kleine Saalorgel bedanken.
Bei allem Blick in die jüngste Vergangenheit haben wir aber auch allen Grund, uns auf die am letzten Augusttag beginnende Konzertsaison des Gewandhausorchesters zu freuen. Ich kann nur meinen Wunsch von vor einem Jahr wiederholen, indem ich besonders Ihnen, liebe auswärtige Mitglieder, wünsche, dass Sie ebenfalls, soweit es Ihnen auch rein geografisch möglich ist, an dem wunderbaren Konzertleben in Leipzig teilnehmen können.
Seien Sie in diesem Sinne, auch im Namen der weiteren Vorstandsmitglieder, sehr herzlich gegrüßt!

Ihr



Dr. Andreas Creuzburg
Vorstandsvorsitzender

1. Festveranstaltung zum 25jährigen Bestehen unserer Gesellschaft und Festkonzert zum 275jährigen Bestehens des Gewandhausorchesters


Obwohl am 11. März 2018 die große Festveranstaltung anlässlich des 275jährigen Orchesterjubiläums stattfinden sollte und am Vorabend, dem 10. März 2018, die Aufführung von Richard Strauss‘ „Salome“ mit großer Orchesterbesetzung, hatte das Gewandhaus keine Mühe gescheut, für unsere Gesellschaft zu ihrer auf den Tag genauen Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Gesellschaft der Freunde des Gewandhauses zu Leipzig“ ein sehr schönes und passendes Konzertprogramm zusammenzustellen. Wir waren sehr erfreut, dass so viele unserer Mitglieder und eine Reihe von Gästen der Einladung Folge geleistet hatten; der Mendelssohn-Saal war wunderbar gefüllt! Nachdem der Gewandhauschor unter Leitung von Gregor Meyer und mit Walter Zoller am Klavier „An die Heimat“ von Johannes Brahms berührend gesungen hatte, begrüßte der Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Creuzburg die Mitglieder unserer Gesellschaft, eine Reihe mitgekommener Gäste und natürlich besonders die offiziellen Gäste mit der Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig, Frau Dr. Skadi Jennicke, den Gewandhausdirektor Herrn Prof. Andreas Schulz, den Verwaltungsdirektor Herrn Prof. Dr. Gereon Röckrath, den Vorsitzenden des Orchestervorstandes Herrn Tobias Haupt und Vertreter einiger Leipziger kulturfördernder Vereine. Mit Bezug auf den Titel des Eingangschores meinte er, dass dieser Titel insofern passt, weil wir Gewandhausfreunde unsere musikalische Heimat hier im Gewandhaus hätten. Unter Anspielung auf einen folgenden Liedtitel von Johannes Brahms „Röslein dreie in der Reihe“ nahm er Bezug auf die neben unserer Gesellschaft stattfindenden Jubiläen des Gewandhausorchesters und der Leipziger Oper mit „325 Jahre Oper in Leipzig“. Dabei sei noch zu ergänzen, dass 2018 auch die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ mit ihrem 175jährigen Bestehen ein Jubiläum begeht.

Nach den drei folgenden Brahms-Liedern, wiederum sehr bewegend vom Gewandhauschor gesungen, hielt Frau Dr. Skadi Jennicke eine ausgesprochen sympathische und herzliche Rede. Sie nahm selbstverständlich auf das bürgerliche Engagement Bezug, das zur Gründung des Grossen Concerts und wenige Jahre später des Gewandhausorchesters führte, schlug aber den schönen Bogen zum Engagement unserer Gesellschaft. Nicht anders formulierte Herr Prof. Andreas Schulz den Dank in seiner Festrede und auch der Vorsitzende des Orchestervorstandes, Herr Tobias Haupt, fand herzliche und warme Worte für unser nunmehr 25jähriges Wirken.
Nach der Festrede von Tobias Haupt musizierten drei Mendelssohn-Akademisten, Hazel Beh, Alexander Koval und Olivier Marger (Klavier, Flöte, Violoncello), von dem französischen Komponisten Philippe Gaubert (1879 – 1941) drei Aquarelle in wunderbaren musikalischen Farben.Nach der Festrede von Tobias Haupt musizierten drei Mendelssohn-Akademisten, Hazel Beh, Alexander Koval und Olivier Marger (Klavier, Flöte, Violoncello), von dem französischen Komponisten Philippe Gaubert (1879 – 1941) drei Aquarelle in wunderbaren musikalischen Farben.
Nach der Festrede von Tobias Haupt musizierten drei Mendelssohn-Akademisten, Hazel Beh, Alexander Koval und Olivier Marger (Klavier, Flöte, Violoncello), von dem französischen Komponisten Philippe Gaubert (1879 – 1941) drei Aquarelle in wunderbaren musikalischen Farben.Sehr beziehungsreich spielte Gewandhausorganist Michael Schönheit anschließend auf dem von uns bereits finanzierten Modul 1 der Kleinen Saalorgel die Sonate für Orgel a-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach, in welchem trotz der gar nicht großen Registerzahl der wunderbare Klang dieses relativ kleinen Instrumentes unter den Händen von Michael Schönheit deutlich wurde. Ganz ähnliche Gedanken wie die Vorredner äußerte Herr Dr. Creuzburg auch in seiner Festrede. Anhand einer Reihe von Finanzierungsprojekten nahm er Bezug auf das hohe finanzielle Engagement unserer Mitglieder, verwies selbstverständlich auch auf das gerade laufende, besonders anspruchsvolle Finanzierungsprojekt „Kleine Saalorgel“ und dankte in diesem Zusammenhang den vielen auswärtigen Mitgliedern. Sie kämen gar nicht so oft in den Genuss ihrer finanziellen Anstrengungen. Herr Dr. Creuzburg betonte jedoch auch, dass es nicht ganz selbstverständlich sei, dass eine Stadt wie Leipzig mit ihrer durchaus gar nicht so großen Einwohnerzahl und nicht ganz so üppigen finanziellen Mitteln dennoch ein so bedeutendes Orchester in ihren Mauern habe und die nicht geringen Kosten immer wieder in den Haushalt einplane. Scherzhaft meinte Creuzburg, dass man diese Summen mit einer gut schmeckenden Kirschtorte vergleichen könne, aber mit einem Sahnehäubchen darauf schmecke diese Torte noch viel besser. Diese Sahnehäubchen seien eben die finanziellen Projekte der Mitglieder unserer Gesellschaft. Es folgte zustimmendes Gelächter. Er betonte weiterhin, dass das Gewandhausorchester nicht nur ein Weltspitzenorchester, sondern auch ein ganz besonders sympathisches Orchester sei. Das würden wir in unseren „Treffs im Nikischeck“ mit so häufig eingeladenen Gewandhausmusikern als Gäste immer wieder sehr erfreut erleben. In diesem Zusammenhang verwies er auf den von unserem Mitglied Frau Dr. Rita Berger geprägten Satz „Nähe schafft Nähe“, der dadurch sehr schöne Realität werde. Abschließend drückte Herr Dr. Creuzburg nicht nur die Hoffnung, sondern die Gewissheit aus, dass die Mitglieder unserer Gesellschaft weiterhin alles tun werden, um mit ihren Möglichkeiten mitzuhelfen, dass das Gewandhaus zu Leipzig mit seinem großartigen Orchester auf „finanziell“ festem Grund ruhen kann. Den musikalischen Beweis für unsere finanziellen Aktivitäten traten zum Abschluss der Festveranstaltung die vier Gewandhaushornisten Bernhard Krug, Ralf Götz, Julian Schack und Wolfram Straßer an, indem sie auf den von unserer Gesellschaft finanzierten Wagnertuben ein von Michael Höltzel bearbeitetes Andante von Anton Bruckner edlem Tubenklang bliesen.

Nach dieser Festveranstaltung fanden sich die Gäste noch zwanglos zu einem Empfang des Gewandhauses zu Leipzig im nebenan liegenden Leo-Schwarz-Foyer zusammen. Es war klar, dass dort angesichts unseres Jubiläums die Stimmung sehr heiter war.

In seiner Festrede hatte Prof. Andreas Schulz scherzhaft gesagt, dass die Gäste unserer Veranstaltung doch gleich im Gewandhaus übernachten könnten, weil bereits 11:00 Uhr das Festkonzert des Gewandhausorchesters begänne. In der Tat hatte die Gewandhausleitung es dankenswerterweise unseren Mitgliedern ermöglicht, im Vorverkauf Karten für dieses Konzert zu erwerben. Das war gerade für eine Reihe unserer auswärtigen Mitglieder eine schöne Gelegenheit für eine Fahrt nach Leipzig, weil da musikalisch ganz einfach viel zusammenkam. Und wir alle wurden von diesem fast ganztägigen Jubiläumstag im Gewandhaus nicht enttäuscht: Nach der aus guten Gründen gut gelaunten Festansprache von Oberbürgermeister Burkhard Jung wurde „Partita – Fünf Reminiszenzen für großes Orchester“, ein Auftragswerk von Gewandhausorchester und Boston Symphonie Orchestra des Gewandhauskomponisten der Saison 2017/2018, Jörg Widmann, uraufgeführt. Dieses Werk, für eine Komposition der Gegenwart durchaus nicht alltäglich, erhielt einen überaus langen und herzlichen Applaus. Gründe dafür mögen neben der exzellenten und originellen Kompositionstechnik von Jörg Widmann auch dessen, wie schon der Titel sagt, Reminiszenzen an früheren Werken sein. Dadurch gewannen die Hörer  musikalische Anknüpfungspunkte. Es war klar, dass die folgende und das Festkonzert beschließende 7. Sinfonie von Anton Bruckner sich zu einem großartigen und bewegenden Musikerlebnis gestaltete. Anschließend schnitten Frau Dr. Skadi Jennicke, Andris Nelsons und Prof. Andreas Schulz, dicht umringt von interessierten und vielleicht auch hungrigen Gästen, im Foyer die Geburtstagstorte an, und Leipzig Brass musizierte in gewohnter hoher Blechblasqualität. Im Rahmen der Übergabe der LVZ-Sonderbriefmarke zum Orchesterjubiläum musizierte Gewandhausorganist Michael Schönheit an der großen Orgel in gewohnter Qualität etwas seltenere Orgelliteratur. Tobias Haupt dankte den zahlreich erschienenen Hörern und bekundete nochmals die feste Verbundenheit von Gewandhausorchester mit seinem Publikum.

Da auch an beiden Tagen herrliches Vorfrühlingswetter herrschte, waren diese Tage ganz besonders für unsere angereisten auswärtigen Mitglieder, ein gelungenes musikalisches Leipziger Wochenende. Das wurde dem Vorstand sowohl mündlich als auch in einigen Briefen in sehr schönen Worten zum Ausdruck gebracht. Der 10. und der 11. März 2018 werden in der Geschichte auch unserer Gesellschaft eine bleibende Rolle spielen. Dafür sind wir sehr dankbar.

2. Jahresmitgliederversammlung 2018


Es war sehr erfreulich, dass sich am 20. April 2018 trotz der kurz zuvor stattgefundenen Jubiläumsveranstaltung 98 Mitglieder zu unserer Jahresversammlung eingestellt hatten. Sie fand aus organisatorischen Gründen, wie bereits im Vorjahr, im Schumann-Eck statt. Passend zu unserem so anspruchsvollen finanziellen Projekt „Kleine Saalorgel“ spielte Gewandhausorganist Michael Schönheit zu Beginn unserer Versammlung ein kurzes Orgelwerk, wobei wiederum der ganz spezifische differenzierte Registerklang von Modul 1 deutlich wurde. In seinem Grußwort dankte Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz den Mitgliedern unserer Gesellschaft für ihr ideelles und finanzielles Engagement und ging dann nochmals auf das Orchesterjubiläum mit seinen Konzerten, mit einer weiteren Sonderbriefmarke der Deutschen Post und einer Gedenkmünze ein, woraus, wie er zu Recht meinte, die mehr als nur deutschlandweite Wahrnahme dieses Leipziger Orchesters deutlich werde. Ganz herzliche und warme Worte fand Prof. Schulz für den neuen Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons, der ja kurz vor dem Orchesterjubiläum in sein Amt eingeführt worden war. Der Vorsitzende des Orchestervorstandes, Herr Tobias Haupt, stellte in seinem Grußwort seinen Dank für die Vielzahl an bereits finanzierten Instrumenten in den Mittelpunkt, aber er dankte auch unserer Gesellschaft dafür, dass sie Gelder für eine neue Komposition von Jörg Widmann zur Verfügung gestellt habe (Anmerkung: Näheres dazu nachfolgend).

Nach den Grußworten begann die Jahresmitgliederversammlung entsprechend der Tagesordnung. Wie jedes Jahr und damit zu einer schönen Tradition geworden, fand nach unserer Versammlung das „Grosse Concert der Gesellschaft der Freunde des Gewandhauses zu Leipzig“ statt. Diesmal war es, was unsere Gesellschaft betrifft, eine „Premiere“, weil erstmals während des Konzertes kein Instrument unserer Gesellschaft überreicht wurde. Stattdessen richtete Herr Dr. Creuzburg vor Beginn der Vierten Sinfonie von Johannes Brahms einige Worte an die Konzertbesucher im voll besetzten Großen Saal, indem er berichtete, dass die Gewandhausleitung unserer Gesellschaft recht kurzfristig um eine finanzielle Mitunterstützung für ein Auftragswerk an den Gewandhauskomponisten der Saison 2017/2018, Jörg Widmann, gebeten hatte, und zwar i.H.v. 15.000 Euro für sein Werk „Kinderreime und Nonsensverse für fünf Männerstimmen und Kleines Orchester“. Da dieses Werk eine Woche zuvor in den Grossen Concerten vom 12. und 13. April 2018 aufgeführt worden war, konnte der Redner von dem überwältigenden Erfolg dieses Werkes berichten, das Jörg Widmann mit großem Witz komponiert hat. Dessen kongeniale Interpreten waren das weltberühmte Männerensemble „Amarcord“ mit Wolfram Lattke, Robert Pohlers, Frank Ozimek, Daniel Knauft und Holger Krause. Herr Creuzburg konnte wegen dieses Erfolges mit gutem Gewissen sagen, dass die Unterstützung unserer Gesellschaft gut angelegt worden sei und erntete damit zustimmendes Gelächter und Beifall. Selbstverständlich nutzte der Vorsitzende diese Gelegenheit, um nochmals für die abschließende Finanzierung der Kleinen Saalorgel zu werben, wobei er erklärte, dass nur eine vollständig bezahlte Orgel auch gut klingen könne. Das lang anhaltende Gelächter nach diesem Satz bewog offenbar eine große Zahl von Konzertbesuchern, sowohl nach dem Donnerstag- als auch nach dem Freitag-Konzert, Spenden in die Spendenbox, die ins Foyer gebracht worden war, zu werfen. Am Donnerstag warf sogar auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer einen schönen Geldschein hinein. Der sich dem Konzert anschließende kleine Empfang gab wiederum Gelegenheit für anregende Gespräche.
Wiederum möchte der Vorstand, sicherlich auch im Namen von Ihnen, liebe Mitglieder, dem Gewandhaus zu Leipzig ganz herzlich für die umfangreiche Unterstützung sowohl bei der Vorbereitung unserer Jubiläumsveranstaltung als auch unserer Jahresversammlung danken. Das Team um Frau Grünert vom Hotel Michaelis, das für die Gastronomie im Gewandhaus zuständig ist, hat uns wiederum sehr gut betreut; herzlichen Dank dafür!

3. Tagesordnung der Jahresmitgliederversammlung 2018


1.    Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herrn Dr. Andreas Creuzburg
2.    Musikalische Begrüßung
3.    Grußworte von Gewandhaus und Gewandhausorchester
4.    Änderungsvorschläge zur Tagesordnung und Beschluss der Tagesordnung
5.    Bericht des Vorstandes (Herr Dr. Creuzburg)
6.    Kassenbericht (Herr Max Lier)
7.    Bericht der Kassenprüfer über die Kassenprüfung (Frau Steinforth/Herr Pester)
8.    Diskussion zu Vorstands- und Kassenbericht
9.    Antrag auf Entlastung des Vorstandes und Abstimmung der Mitgliederversammlung
10.    Wahl eines Vorstandsmitgliedes wegen Ablauf der Wahlperiode von Herrn Harald Beer (Herr Beer hat sich als Kandidat zur Verfügung gestellt)
11.    Schlusswort des Vorsitzenden

Das Protokoll geht den Mitgliedern mit den Nachrichten der Gesellschaft zu.

4. Frau Jana Schmidt in den Vorstand kooptiert

Kurz nach der Gründung unserer Gesellschaft hatte der Vorsitzende schon einmal etwas scherzhaft formuliert, dass für den Fall der Mitgliedsstärke von 700 die Tätigkeit des Schriftführers dann richtig Arbeit machen werde. Unser Vorstand machte die Erfahrung, dass dieser Fall tatsächlich mit der Mitgliederzahl von etwa 750 eingetreten ist. Es war mehr als nur ein schöner Zufall, dass sich die unserem Vorstand bis dato völlig unbekannte Frau Jana Schmidt, selbständig tätige Unternehmerin eines Büroservice für Datenverarbeitung sich vorstellte, um in unserer Gesellschaft ehrenamtlich mitwirken zu können. Ein Gespräch ergab, dass sie besonders geeignet sein könnte, die Tätigkeit unserer Schriftführerin, Frau Ursula Kaiser, zu unterstützen. Der Vorstand beschloss in seiner letzten Vorstandssitzung gemäß § 6 Abs. 4 der Satzung, Frau Jana Schmidt zunächst in den Vorstand zu kooptieren. Er kommt hiermit seiner Pflicht nach, Sie, liebe Mitglieder, darüber zu informieren. Seit den letzten Junitagen arbeitet Frau Kaiser mit Frau Schmidt intensiv zusammen. Sollte sich die Zusammenarbeit weiter so positiv entwickeln wie bisher, wird der Vorstand die Mitgliederversammlung zur nächsten Jahresmitgliederversammlung bitten, Frau Jana Schmidt in unseren Vorstand zu wählen. Wir dürfen Ihnen, liebe Mitglieder, versichern, dass wir für die unverhoffte Bereitschaft einer Musikfreundin sehr dankbar sind, die doch recht umfangreiche Vorstandsarbeit auf weitere Schultern zu verteilen.

5. Unser Förderprojekt „Kleine Saalorgel“

Zum Redaktionsschluss dieser „Nachrichten …“ am 14. Juli 2018 können wir Ihnen die sehr erfreuliche Mitteilung machen, dass unsere Gesellschaft nunmehr in der Lage ist, die noch ausstehenden Raten für die Kleine Saalorgel vollständig zu begleichen. Auch wenn die von unserem Vorstand durchgeführte letzte Spendenakquise etwas unter unseren Erwartungen blieb, ist die gesamte Finanzierung nunmehr möglich. Wir sind ganz ehrlich, dass wir uns, als uns von der Gewandhausleitung dieser Wunsch übermittelt wurde, keinesfalls sicher waren, dieses einmalig große Projekt erfolgreich zu Ende führen zu können. Wir sind aber auch ganz ehrlich, dass wir zu diesem Zeitpunkt nicht geahnt hatten, mit welchem Engagement Sie, liebe Mitglieder, sich für die Kleine Saalorgel eingesetzt haben. Dafür möchten wir uns auch von dieser Stelle ganz, ganz herzlich bei Ihnen bedanken, und wir sind sicher, dass Ihnen die Kleine Saalorgel, wie auch alle anderen Instrumente, die wir bisher finanziert haben, sehr gefallen wird. Der gleiche ganz herzliche Dank gilt natürlich auch jenen Musikfreunden, die, ohne bei uns Mitglied zu sein, uns z.T. sehr großzügig bei diesem Projekt unterstützt haben. Schließlich ist auch der Sparkasse Leipzig ein ganz herzlicher Dank zu übermitteln, die, trotz finanziell nicht gerade sehr ertragreicher Zeiten, dieses Projekt mit 15.000 Euro unterstützt haben. Wir freuen uns gemeinsam auf den 31. Oktober 2018, wo die Kleine Saalorgel feierlich von uns übergeben wird und dieses Instrument zum ersten Mal erklingen wird.

6. Fahrt zur Elbphilharmonie nach Hamburg


Da im Programm der Jubiläumssaison 2017/2018 ein Gastspiel des Gewandhausorchesters im Rahmen der Tournee zum Amtsantritt von Andris Nelsons am 24. April 2018 aufgeführt war, entstand der Wunsch bei vielen Mitgliedern, dieses Konzert zu besuchen. Auch wenn der Kartenverkauf in diesem neuen Konzerthaus völlig anders als im Gewandhaus geregelt ist, haben wir uns sehr gefreut über die Unterstützung des Gewandhauses, sodass dieser Wunsch Realität werden konnte. Für uns viele Mitglieder gab es allerdings nur 60 Konzertkarten, und so musste der Vorstand überlegen, auf welche Weise diese Karten „verteilt“ werden sollten. Nur wer von Ihnen, liebe Mitglieder, unsere Jahresmitgliederversammlung 2017 besucht hatte, konnte etwas über dieses Vorhaben erfahren. Denn die einzige Möglichkeit, die Karten „gerecht“ verteilen zu können, war ein Losverfahren. Der Vorstand hat sich sehr gefreut, mit welcher Disziplin und mit welch großem Verständnis für diese Form die Kartenverteilung vor sich ging. Gleiches galt auch für die etwas umständliche Bezahlung, weil das aus vereinsrechtlichen Gründen nicht über unser Spendenkonto abgewickelt werden konnte. Das Gewandhaus selbst, das bei dieser Gelegenheit ebenfalls Karten für Mitarbeiter des Hauses bestellt hatte, band uns in die Vorbereitungen dankenswerterweise mit ein. Und so kamen wir auch in den Genuss, bei Bedarf an der Busfahrt und an den vereinbarten Führungen durch das neue Konzerthaus teilnehmen zu können. Hier gilt ein ganz besonderer Dank der Sekretärin des Verwaltungsdirektors, Frau Kerstin Reiche.
Über die ganz eigene Akustik des neuen Hauses hatte man ja schon viel gehört, und so war es natürlich sehr interessant, das Klangerlebnis jenes Konzertes, das in den Grossen Concerten am 15. und 16. März 2018 geboten worden war, mit dem gleichen Programm in der Elbphilharmonie zu vergleichen. Es gab wohl niemanden von den mitgereisten Mitgliedern, die diese Fahrt nach Hamburg bereut haben, denn es ist z.Zt. immer noch etwas Besonderes, in die Elbphilharmonie überhaupt hereinzukommen und selbst beurteilen zu können, ob das, was darüber umfangreich berichtet wurde, mit den eigenen Eindrücken übereinstimmt. Am 15. und 16. März in Leipzig hatte insbesondere die Interpretation der Sechsten Sinfonie von Peter Tschaikowski durch Gewandhausorchester und Andris Nelsons großartige Eindrücke hinterlassen. Wie würde dieses Werk in diesem Saal klingen? Zweifellos war die Akustik für die Elbphilharmonie so „konstruiert“ worden, dass sie für möglichst viele Musik-Genres optimal ist. Man kann nun uneingeschränkt sagen, dass die optimale Akustik sicherlich für Werke aus der Barockzeit, Gegenwartskompositionen und auch für viele Darbietungen im Bereich der U-Musik optimal ist wegen der geradezu kristallinen Akustik in diesem Saal. Auch wenn das Klangempfinden für jeden Musikfreund ein anderes ist, konnten wir das bei dem neuen Werk von Thomas Larcher zweifellos bestätigen. Mozarts Sinfonie g-Moll KV 550 klang, unabhängig von dem Dirigat von Andris Nelsons, sehr transparent, aber, so war die weitgehend übereinstimmende Meinung der mitgereisten Mitglieder, bei der Sechsten Sinfonie von Tschaikowski fehlte etwas, was man sehr vorsichtig als „akustische Wärme“ bezeichnen könnte. Das könnte daran liegen, dass die Komponisten von klassischen, romantischen und spätromantischen Werken, die ja einen Großteil der „klassischen“ Konzertprogramme von großen Orchestern ausmachen, bereits beim Komponieren Klangvorstellungen hatten, die auf der klanglichen Mischung einzelner Instrumentengruppen beruhen. Und diese Mischung, dass scheint die Akustik in der Elbphilharmonie so nicht ganz herzugeben. Sicherlich muss man mit einem solchen Urteil sehr zurückhaltend sein, aber in vielen Gesprächen nach dem Konzert wurde doch sehr deutlich, mit welcher Begeisterung von der Akustik im Großen Saal des Gewandhauses gesprochen wurde. (In diesem Zusammenhang soll auf den völlig umgebauten Großen Saal im Dresdener Kulturpalast hingewiesen werden, dessen Akustik nunmehr jener in „unserem“ Großen Saal sehr ähnelt; großes Kompliment für die Akustiker in diesem ebenfalls neuen und sehr gelungenen Saal!)

Dank der sehr sympathischen Führungen durch geschultes Personal des Hauses konnten wir den Bau auch ohne Musik erleben, und der ist schon sehr imponierend! Was vielleicht auch für die Akustik zutreffend sein könnte, so spiegelt das Innere des Hauses „hanseatische Nüchternheit“, allerdings gepaart mit Großartigkeit, wider. Auf weitere Einzelheiten soll im Rahmen dieses kurzen Berichtes nicht weiter eingegangen werden. Auf alle Fälle gewannen wir einen sehr guten Eindruck von diesem Gebäude, das mit seinen Ausmaßen, mit seiner genialen Außenarchitektur perfekt zu einem Gebäude nahe am Hafen, was es ja als Kaispeicher auch einmal war, und zur Architektur der benachbarten Speicherstadt passt. Zu Recht bezeichnen viele Hamburger die Elbphilharmonie als neues Wahrzeichen ihrer Stadt.

7. Neue Datenschutzgrundverordnung

Liebe Mitglieder, wie Sie wahrscheinlich alle wissen, gilt seit dem 25. Mai 2018 in Europa eine neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Diese gilt auch für Vereine. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen diesbezüglich folgende Hinweise geben: Im Zuge Ihrer Mitgliedschaft haben wir folgende Daten von Ihnen gespeichert: Name, Vorname, Titel, Adresse, Kontaktdaten wie Telefon, Fax, E-Mail, Bankverbindung (bei Zahlung per SEPA-Lastschriftmandat), Zahlungsdaten (Beiträge und Spenden), Eintrittsdatum und Geburtsdatum. Diese Daten nutzen wir, um Ihnen Informationen und Einladungen zukommen zu lassen sowie Zuwendungsbescheinigungen auszustellen. Ihre Daten werden prinzipiell nicht an Dritte (z.B. andere Vereine, Verbände) weitergegeben oder veröffentlicht. Das gilt auch für die Datei unserer Mitgliederdaten, die von Frau Carmen Vondran für den Einzug der Mitgliedsbeiträge geführt wird. Ebenso gilt das auch für jene Datei, die im Gewandhaus zu Leipzig geführt wird, um den Kontingentkarten-Service sowie Adressierung und Frankierung der Postsendungen in unserem Auftrag für Sie zu gewährleisten.
Alle Vorstandsmitglieder haben eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterschrieben und haben sich noch einmal intensiv über den sorgsamen Umgang mit Daten verständigt. Frau Carmen Vondran hat eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterschrieben. Mit dem Gewandhaus zu Leipzig haben wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen. Wir haben alle organisatorischen und technischen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherung Ihrer Daten zu gewährleisten. Damit haben wir die DSGVO umgesetzt.

Da Sie durch Ihre Mitgliedschaft mit uns ein vertragsähnliches Verhältnis eingegangen sind, ist Ihre Einwilligung zur Speicherung der Daten nicht notwendig. Z.T. sind wir auch vom Gesetzgeber verpflichtet, Ihre Daten zu speichern (Spendenbescheinigung). Sie haben aber jederzeit das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung (auch bei Austritt) und Einschränkung der Verarbeitung der personenbezogenen Daten. Bitte setzen Sie sich mit uns in diesem Fall in Verbindung.

Mit freundlichen Grüßen

Vorstand der Gesellschaft der Freunde des Gewandhauses zu Leipzig
(gez. Dr. Andreas Creuzburg, Harald Beer, Ursula Kaiser, Christian Prager, Max Lier, Jana Schmidt)

8. Treffs im „Nikisch-Eck“

Am 7. Februar 2018 waren zwei junge Geigerinnen aus dem Gewandhausorchester unsere Gäste, die Stellvertretende 1. Konzertmeisterin bei den Ersten Geigen, Frau Yun-Jin Cho und Frau Anna Theresa Steckel, Konzertmeisterin der Zweiten Violinen. Obwohl beide Geigerinnen zu unterschiedlichen Zeiten Mitglied des Gewandhausorchesters wurden, wollten sie unbedingt gemeinsam unsere Gäste sein. Warum: Sie kannten sich bereits vom Studium in Berlin! So war es fast folgerichtig, dass die beiden jungen Künstlerinnen das lebhafte und wie immer sehr kundig von Frau Prof. Helga Schmidt moderierte Gespräch musikalisch gemeinsam umrahmten, und zwar mit der Zweiten Sonate für zwei Violinen A-Dur von Jean-Marie Leclair (1697 – 1764). Eigentlich unnötig zu erklären, dass das technisch brillante und ungemein lebendige Spiel dieser beiden Geigerinnen begeisterte. - Die in Seoul geborene Südkoreanerin Yun-Chin Cho erhielt bereits mit vier Jahren Klavierunterricht von ihrer als Klavierlehrerin tätigen Mutter, begann aber mit sechs Jahren das Geigenspiel. Mit elf Jahren besuchte sie ein Musikgymnasium, wobei sie ganz freimütig bekannte, dass sie dort eigentlich zu viel Druck ausgesetzt war. Im Alter von 15 Jahren ging sie allein (!) nach Berlin und ist „einfach dageblieben“, wie sie lachend erklärte. Von 2001 bis 2008 studierte sie an der dortigen Musikhochschule „Hanns Eisler“ und besuchte, weil sie bald eine sehr gute Schülerin wurde, viele Meisterkurse, u.a. bei Igor Oistrach und András Schiff. Seit 2008 ist Frau Cho Geigerin im Gewandhausorchester. Nach einer kurzen Tätigkeit bei einem anderen Orchester kam sie wieder zurück in das Gewandhausorchester und besetzt seit einiger Zeit die Position einer Stellvertretenden 1. Konzertmeisterin. Sie bezeichnete die Tätigkeit in der Oper als große Herausforderung, weil dort blitzschnelles Reagieren im Zusammenhang mit dem Bühnengeschehen unbedingte Voraussetzung ist. Frau Cho bekannte freimütig, dass sie vor allem die Klassik und spätere Komponisten bis etwa Gustav Mahler liebt. Ein besonderes Erlebnis war für sie die von der Gewandhausbratscherin Tahlia Petrosian – sie war bereits unser Gast – begründete Reihe „Klassik underground“ in der „Moritzbastei“ gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter. Wie so viele Musiker und Musikerinnen ist Yun-Jin Cho auch gerne Lehrerin, was bei ihrem Temperament sicherlich auch für ihre Schüler eine schöne Sache ist. -
Anna Theresa Steckel wurde im rheinland-pfälzischen Pirmasens geboren in einer „Musikfamilie“, da beide Eltern als Schulmusiker tätig sind. „Folgerichtig“ wurden ihre beiden älteren Brüder Musiker, der eine Cellist und der andere Bratscher. (Ihr Bruder Julian Steckel ist neben seiner Lehrtätigkeit schon ein sehr bekannter Cellist in der klassischen Konzertszene.) Bereits im Alter von drei Jahren erhielt Anna Theresa Steckel Klavierunterricht, wechselte aber mit acht Jahren auf eigenen Wunsch zur Geige. Ihr in Karlsruhe begonnenes Vorstudium setzte sie in Berlin, u.a. bei Antje Weithaas, fort und beendete es 2011 mit einem Diplom. Danach war sie in Boston bei Prof. Wellenstein, erhielt ein ARD-Stipendium, nahm erfolgreich an dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil und beteiligte sich auch an Wettbewerben im Klaviertrio, u.a. mit ihrem Bruder Julian als Cellisten. Nach einer Tätigkeit als Akademistin im Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks spielte sie als Konzertmeisterin ein Jahr lang im Orchester der Komischen Oper in Berlin. Frau Steckel bewarb sich auf die freie Stelle einer Konzertmeisterin der Zweiten Geigen erfolgreich und gehört seit August 2014 „unserem“ Orchester in dieser Position an. Auch wenn man bei dem begeisternden Solospiel gemeinsam mit Yun-Jin Cho nicht den Eindruck gewann, bekannte sie freimütig, dass sie sich vom Typ her weniger als Solistin, sondern als Orchestermusikerin fühlt. Eine Bekenntnis, das keinesfalls als „Eingeständnis“ zu werten ist, denn Mitglied in einem Weltspitzenorchester, und dazu noch in führender Position, das ist eine ganz besondere Sache!

Am Ende dieses sehr schönen und lebendigen Nachmittags gab es eine ganz ungewöhnliche Verabschiedung: Die bislang im Betriebsbüro tätige Frau Kerstin Hartinger – sie organisierte mit viel Geschick und mindestens ebenso viel Sympathie die Räumlichkeiten für unser Treff - geht nach Magdeburg, wo sie in einem Gremium zur Vorbereitung der Bewerbung von Magdeburg als Kulturhauptstadt mitarbeiten wird. Frau Hartinger war sichtlich berührt von dem herzlichen Abschied von Herrn Forßbohm und Herrn Heise. Dr. Creuzburg erhielt zustimmendes Gelächter, als er prophezeite, dass Kerstin Hartinger in Magdeburg sehr erfolgreich sein werde, da sie ja bereits aus einer permanenten Kulturhauptstadt käme!

Am 28. März 2018 war ein Vertreter aus der „Zunft“ der Blechblasinstrumente unser Gast, der Hornist Bernhard Krug. Anders als bei Klavier und Geige kann man das Spiel auf dem Horn erst nach dem Zahnwechsel beginnen. So begann der Sohn eines Soloflötisten im Orchester der Deutschen Oper den Unterricht erst mit 16 Jahren. Er muss ein sehr guter Student gewesen sein, da er durch die „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ unterstützt wurde und seinen Abschluss an der Akademie der Künste mit Auszeichnung absolvierte. Seit 1991 gehört Bernhard Krug der Horngruppe des Gewandhausorchesters an, seit 1992 als Solohornist. Auf die Fragen der wie immer sehr gut vorbereiteten Moderatorin, Frau Prof. Helga Schmidt, erzählte er, dass er neben seiner Orchestertätigkeit auch ein passionierter Kammermusiker sei. Er war Mitbegründer des Gewandhaus-Oktetts, spielt in einem aus Horn, Geige und Klavier bestehenden Horn-Trio, ist Lehrbeauftragter an der Leipziger Musikhochschule und ist sehr stolz, dass sein Schüler Andreas Pöche seit einigen Monaten Gewandhaushornist ist. Ganz freimütig bekannte Bernhard Krug, dass das Hornspiel sehr schwierig sei, zum einen, weil tonliche Unsauberkeiten auch für den unerfahreneren Konzertbesucher sofort hörbar sind, das Horn häufig im Solo zu hören ist und „zu allem Unglück“ die Tonerzeugung sehr schwierig ist, besonders beim Pianospiel. Der Ton wird mit den Lippen erzeugt, wobei die Tonhöhe auch mit der Hand im Trichter beeinflusst werden kann. Nicht umsonst wird das Horn in Musikerkreisen als „Glücksspirale“ bezeichnet!
Selbstverständlich brachte Bernhard Krug auch Musikbeispiele zu Gehör, so das für alle Hornisten einen „Begriff“ darstellende „Laudatio“ von Bernhard Krol. Die wie immer über 100 anwesenden Mitglieder waren von diesem Nachmittag sehr beeindruckt.

Fast „folgerichtig“ war am 11. April 2018 Herr Matthias Vogt unser Gast, und zwar aus der Blechblasinstrumente bauenden und reparierenden Zunft. Er freute sich sichtlich, unser Gast sein zu können, und so hatte er zwei seiner Lieblingsinstrumente, nämlich zwei Tuba’s, mitgebracht. Matthias Vogt wollte bereits seit seinem 14. Lebensjahr Instrumentenbauer werden, da er von seiner Mutter, einer Musiklehrerin, musikalisch „vorbelastet“ war. Er erhielt seine Ausbildung zunächst bei der bekannten Leipziger Instrumentenbauerei Friedbert Syhre; später ging er zur Fortsetzung seiner Ausbildung in die Schweiz. Dort arbeitete er als Instrumentenbauer, nahm aber parallel in Deutschland sein Meisterstudium auf; den Meisterbrief erhielt er mit 23 Jahren. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern betreibt er seit 2007 eine eigene Werkstatt „passion in brass“ in der Zschocherschen Straße 28 in Leipzig-Plagwitz. Der Schwerpunkt seiner handwerklichen Tätigkeit liegt beim Bau und bei der Reparatur der Tuba, und man merkte ihm seine Passion auch im Gespräch deutlich an. So berichtete er, was wir wirklich noch nicht wussten, dass am ersten Freitag des Monats Mai stets der Welttag der Tuba begangen wird. Er erzählte, dass in den USA die Tuba häufig im Jazzbereich verwendet wird, was er auch mit interessanten Tonbeispielen dokumentierte. Er ist auch in der Welt herumgekommen. U.a. war er in China, wo ihm aber die recht billige Großproduktion dieser Blechblasinstrumente nicht gefiel. Auch die Tuba, so erzählte er, hat eine Entwicklung durchlaufen. So gibt es erst seit 1834 eine mit Ventilen ausgestattete Tuba, die selbstverständlich die Tonbildung sehr erleichtert. Die Haltbarkeit des ca. 12 kg schweren Instruments beträgt max. 30 bis 40 Jahre, wobei er schmunzelnd bemerkte, dass diese Haltbarkeit bei im Freien musizierenden Blaskapellen deutlich darunterliegen könne! Auch wenn Matthias Vogt die Ventile und den Schalltrichter für dieses Instrument bezieht, erfordert der Bau bis zum fertigen Instrument enorm viel Handarbeit. Zum Einsatz kommt in der Regel eine Messinglegierung bei der Tuba, die in der Regel aus 75 % Kupfer und 25 % Zink besteht. Das Legierungsverhältnis, das auch einmal davon abweichen kann, soll sich auch auf die Klangfarbe des Instruments auswirken. Exotische Tuba’s sind versilbert, sogar vergoldet! Die von Herrn Vogt mitgebrachten Tonbeispiele belegten, dass mit der Tuba durchaus äußerst lebendige Musik zum Klingen kommen kann.

Am 16. Mai 2018 gab es einen schon als „Ausnahme“ zu bezeichnende Veranstaltung, weil mit dem Cellisten Hartmut Brauer einen Gast hatten, der kurz zuvor in den Ruhestand getreten war, und das nach 40 Jahren Tätigkeit im Gewandhausorchester! Der Vater des in Eisleben geborenen Künstlers war Konzertmeister am dortigen Theater und Lehrer am Halleschen Konservatorium. Seine Mutter war Sängerin, und auch seine Brüder sind Musiker geworden. Ab seinem 13. Lebensjahr erhielt Hartmut Brauer Cellounterricht an der Spezialschule für Musik in Halle und setzte die Ausbildung von 1969 bis 1973 an der Leipziger Musikhochschule fort. Nach einer einjährigen Aspirantur bei Friedemann Erben, dem Vater des Ersten Konzertmeisters Frank-Michael Erben, war er von 1974 bis 1977 Mitglied im Orchester der Berliner Komischen Oper. 1997 bewarb er sich erfolgreich für eine Cellostelle im Gewandhausorchester und wurde bereits ein Jahr später Stellvertretender Erster Solocellist. Neben seiner künstlerischen Arbeit an den drei Spielstätten des Gewandhausorchesters ist er, so erzählte Hartmut Brauer, auch sehr gern Kammermusiker gewesen. Er war Mitglied des Sächsischen Klaviertrios mit der Gewandhausgeigerin Veronika Starke und dem Pianisten Roland Fuhrmann, war Gründer des aus sechs Cellisten und einem Kontrabassisten bestehenden „Klengel-Collegiums“ und musizierte auch in kleineren Spielstätten, z.B. im Hotel „Leipziger Hof“ zu Ausstellungseröffnungen und anderen Gelegenheiten (dieses Hotel ist einzigartig mit seinem wertvollen Besitz an Original-Gemälden, vor allem von bekannten Leipziger Malern). Er habe, so erzählte er, in seiner langen künstlerischen Tätigkeit sehr viele Erfahrungen gewinnen können, allein durch sein Spiel unter drei Gewandhauskapellmeistern (Kurt Masur, Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly). Es darf durchaus als Zeichen großer Anerkennung für sein Wirken als FDGB-Orchesterfunktionär zu DDR-Zeiten gewertet werden, wenn Hartmut Brauer nach der Wende bis zum Jahre 2001 Vorsitzender des Orchestervorstandes war. Wie er rückblickend erzählte, habe er große emotionale Höhepunkte erleben dürfen, so z.B. die Eröffnung des Neuen Gewandhauses im Jahre 1981. Aber, so bekannte er, besonders stolz war er auf seine aktive Mitwirkung bei der zweifellos sehr schwierigen Suche nach einem Gewandhauskapellmeister, nachdem Kurt Masur zurückgetreten war. Mit Herbert Blomstedt gelangte, eben auch unter Mitwirkung von Hartmut Brauer, ein Dirigent an die Spitze dieses Orchesters, dem eine großartige künstlerische Weiterentwicklung dieses Klangkörpers gelang und der bis zum heutigen Tage dem Gewandhausorchester zur Freude vieler Leipziger eng verbunden ist. Eine sehr schwere Krankheit war für Hartmut Brauer Anlass einer sehr verantwortungsvollen persönlichen Entscheidung, die hervorgehobene Position in der Cellogruppe aufzugeben. Er ist sehr dankbar und auch stolz, dass er bis zu seinem regulären Ausscheiden beim Erreichen der Altersgrenze Mitglied „seines“ Orchesters sein konnte. Hartmut Brauer hat mit seiner langjährigen künstlerischen und auch organisatorischen Tätigkeit ein Stück Gewandhausgeschichte mitgeschrieben, und so war der lange Beifall zum Ende dieses Treffs auch ein Dank für seine erfolgreiche künstlerische und organisatorische Tätigkeit.

Der letzte Gast in den „Treff …“-Runden in der Saison 2017/2018 war am 13. Juni 2018 Herr Paul Alexander Stolle. Die Besonderheit dieser von Herrn Dr. Creuzburg moderierten Veranstaltung war, dass Herr Stolle weder direkt noch indirekt etwas mit Musik zu tun hat, er jedoch seit einiger Zeit in enger Beziehung zu unserer Gesellschaft steht: Als unser ehemaliges Vorstandsmitglied Heiner Stolle anregte, den „Nachrichten …“ ein geeigneteres Gesicht als zuvor zu geben, schlug er als Gestalter seinen Sohn Paul vor. Wie wir alle seit einiger Zeit sehen können, zeichnen sich die neuen „Nachrichten ...“ durch gute Lesbarkeit und eine ganz singuläre Gestaltung aus, die sehr gut zu unserer Gesellschaft passt. So lag es nahe, Herrn Stolle einmal zu einem „Treff …“ einzuladen, um ihn persönlich kennenzulernen. Dieser Gedanke wurde befördert durch die Tatsache, dass er, kurz vor dem Bachelor-Abschluss im Fach „Visuelle Kommunikation“ an der Bauhaus-Universität Weimar stehend, als Abschlussarbeit die Gestaltung eines Buches gewählt hat, dessen Inhalt er ausgesucht und mit beeinflusst hat und der besonders gut in das Jubiläumsjahr des Gewandhausorchesters passte.
Zunächst jedoch zu Herrn Stolle selbst: Der Sohn des vor wenigen Monaten in den Ruhestand gegangenen Gewandhausbratschisten Heiner Stolle und der Solo-Oboistin der Dresdner Philharmonie, Frau Undine Röhner-Stolle (beide waren vor längerer Zeit gemeinsam Gast in einem unserer „Treffs …“), wurde in Leipzig geboren. Nach dem mit einem hervorragenden Ergebnis abgeschlossenen Besuch der Thomasschule hatte er wegen seiner vielen Begabungen und Interessen zunächst Schwierigkeiten, für sich einen Studienwunsch zu finden. Schließlich entschied er sich für das vorstehend bereits genannte Studienfach in Weimar. Der Inhalt des zu seiner Bachelor-Prüfung – inzwischen mit Auszeichnung bestanden! - befasst sich mit den Reisen des Gewandhausorchesters kurz nach dem Mauerbau im August 1961. Da ein Großteil der unserer den „Treff …“ besuchenden Mitglieder diese Zeit noch erlebt hat, war das ein geeigneter Anlass, dieses Buch gerade passend zum Jubiläumsjahr des Orchesters vorzustellen. Herr Stolle kam dieser Bitte sehr gern nach, und er machte dazu sehr interessante und lebendige Ausführungen. Die Anregung dazu habe er durch seinen Vater erhalten, der ja in dieser Zeit bereits Gewandhausmusiker war. In Gesprächen mit weiteren Gewandhausmusikern wurden viele Aspekte dieser Reisen deutlich, die das Besondere an diesen „Westreisen“ herausstellten. Die DDR wollte mit der Entsendung eines ihrer besten Klangkörper der Welt verdeutlichen, wieviel Wert sie auf die Ermöglichung hoher Musikkultur legt. Es muss festgehalten werden, dass die DDR dies auch in ganz besonderer Weise tat. Ein Problem bestand allerdings darin, dass die DDR über nicht ausreichende Devisen verfügte, um das Orchester entsprechend seinem künstlerischen Stand reisen zu lassen. Die Konzertreisen waren sehr lang, der Transport zwischen den Konzertorten erfolgte fast ausnahmslos mit dem Bus, die Hotels waren nur mittlerer Güte, und kein Musiker hatte ein eigenes Hotelzimmer. Die Tatsache, überhaupt in das westliche Ausland reisen zu können, überwog jedoch diese Bewertung dieser Einschränkungen bei weitem. Durch geradezu abenteuerliche Selbstversorgungsorganisation konnte das Devisentagegeld für begehrte Mitbringsel verwendet werden. Die Gewandhausmusiker waren sich dieses Reiseprivilegs durchaus bewusst. Herr Stolle belegt das in seinem Buch anhand mehrerer Interviews. Interessant war auch, von Herrn Stolle zu erfahren, dass die DDR die Gewandhausmusiker nicht dazu anhielt, politische Botschafter zu sein. Andererseits konnte das Gewandhausorchester erst dann eine Japanreise durchführen, als die DDR japanischen offiziellen Stellen die Versicherung abgab, dass keine Propaganda im Sinne der DDR erfolge. Eine große Rolle spielte natürlich auch bei den Gewandhausmusikern die Tatsache, auch landschaftlich völlig neue Welten kennenlernen zu können, z.B. in Japan. Davon legen Reiseberichte und viele von den Musikern gemachte Fotos ein Zeugnis ab. Mehr soll darüber nicht berichtet werden, denn Herr Stolle will es ermöglichen, dass interessierte Mitglieder unserer Gesellschaft dieses interessante Buch käuflich erwerben können. Fortsetzung durch Herrn Stolle selbst
Passend zum Inhalt dieses Buches hatte der Moderator Musikbeispiele ausgewählt, die 1961/1962 unter Leitung des damaligen Gewandhauskapellmeisters Franz Konwitschny entstanden waren, Ausschnitte aus Beethovens Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 und die Anfänge der jeweils ersten Sätze der Ersten und der Dritten Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Abgesehen von dem damals natürlich deutlich geringeren Standard der Aufnahme- und Wiedergabetechnik war durchaus zu hören, welche Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte die Interpretation auch dieser klassischen Werke erfahren haben. Die wie immer weit über 100 Gäste verfolgten sowohl die Ausführungen von Herrn Stolle als auch der musikalischen „Umrahmung“ mit gespanntem Interesse.

Bei Gelegenheit des letzten „Treffs …“ in der Saison 2017/2018 darf keinesfalls der Dank an diese Treffs organisierenden Mitglieder der Initiativgruppe innerhalb unserer Mitglieder fehlen! Neben der oft nicht leichten Terminierung, der Überlegungen, welche Gäste eingeladen werden sollen, gebührt besonderer Dank Frau Prof. Dr. Helga Schmidt für die sorgfältige und kenntnisreiche Vorbereitung ihrer Moderationen mit der Folge, dass jede Veranstaltung ein wirklicher Gewinn ist. Aber Dank sei auch den Helfern von Seiten des Gewandhauses zu Leipzig gesagt, die sowohl gastronomisch als auch technisch für das Gelingen unserer Treffs Sorge tragen.

9. Wichtig! - Informationen an unsere Mitglieder


Liebe Mitglieder, - aufgrund der erfreulicherweise gestiegenen Mitgliederzahl arbeiten wir an einer Umstrukurierung der Abläufe bei Ein- und Austritten von Mitgliedern sowie bei Veränderungen für uns wichtiger Daten von Ihnen. Wir bitten Sie daher um Folgendes: Die Mitteilungen über Eintrittswünsche sollen, wie bereits auf unseren neuen Flyern angegeben, ausschließlich an folgende Anschrift übermittelt werden:

Gesellschaft der Freunde des Gewandhauses zu Leipzig e.V.
Gewandhaus zu Leipzig
Postfach 46
Augustusplatz 8
04109 Leipzig

Bitte richten Sie an die gleiche Anschrift auch Änderungen Ihrer Anschrift, Ihrer Kontonummer sowie Austrittserklärungen. Für alle anderen Anliegen sind selbstverständlich alle Vorstandsmitglieder, insbesondere Frau Ursula Kaiser, als Ansprech- und „Anschreib“-Partner für Sie da.

© Gesellschaft der Freunde des Gewandshauses zu Leipzig e.V.